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Tierrechtskampagnen

Tierrechtskampagnen

Die Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung ist eine vergleichsweise junge soziale Bewegung, die sich unter anderem durch eine enorme Varianz an Protestformen und Strategien auszeichnet. Besonders in ihren Anfangszeiten hat sie sich häufig an klassischen Formen und Methoden des Protestes orientiert, so etwa in Form von Großdemonstrationen gegen Tierversuche, Aktionen zivilen Ungehorsams, Informationsständen in Innenstädten oder auch klassischen „Letterwriting“-Protesten bei PolitikerInnen. Die wohl charakteristischste Proteststrategie der Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung ist jedoch das Campaigning, also das Durchführen von Kampagnen gegen einen bestimmten politischen Gegner, welche so lange durchgeführt werden sollen, bis die entsprechende Forderung umgesetzt ist.

Kampagnenarbeit der Tierrechtsbewegung

Innerhalb einer Kampagne können sich unterschiedliche Gruppen und Akteure beteiligen, die sich unterschiedlicher Protestformen bedienen. Klassischerweise finden eine enorme Zahl von legalen Protestaktionen wie Kundgebungen, Email- und Telefonblockaden, Öffentlichkeits- und Pressearbeit, Outingaktionen von TiermörderInnen etc. statt, welche in der Regel die absolute Mehrzahl der Aktionen im Rahmen einer Kampagne ausmachen. Hinzu kommen semi-legale Aktionen wie Aktionen zivilen Ungehorsams, Homedemos, unangemeldete Kundgebungen, Störungen von Werbe- und Öffentlichkeitsauftritten des politischen Gegners usw. Häufig, jedoch nicht immer, werden Kampagnen durch Aktionen der Animal Liberation Front unterstützt. Durch diese Triangulation von Protestformen ist es möglich, einen lang anhaltenden Druck auf unterschiedlichen Ebenen aufrecht zu erhalten, der an möglichst vielen Punkten ansetzt. Die Gleichzeitigkeit von Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit, Boykottkampagnen, unmittelbarer Störung des Geschäftsbetriebs und unter Umständen auch der direkten ökonomischen Schädigung des politischen Gegners erwies sich häufig als eine effektive Strategie. Da im Vergleich zu Tierschutzkampagnen, welche zumeist vor allem aus Öffentlichkeitsarbeit und Medienstunts bestehen, die Kampagnen der Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung einen enormen Druck auf die Kampagnenziele erzeugen, wird häufig auch von sogenannten ‘Pressurecampaigns’ gesprochen, um diese Aktionsstrategie von anderen ‘Kampagnen’ abzugrenzen.

Tierrechtskampagnen in England

Campaigning als Proteststrategie, wie es heute vielfach zum Einsatz kommt, wurde erstmals erfolgreich in England Mitte/Ende der 1990er Jahre angewandt. Innerhalb weniger Jahre schlossen dort mehrere ‘Versuchstierzucht’-Unternehmen (Consort Kennels, Hillgrove Farm, Regal Rabbits und Shamrock Farm) auf Grund beständiger und vehementer Kampagnenarbeit. Im Anschluss daran wurde die Kampagne Stop Huntingdon Animal Cruelty – SHAC – gegründet. SHAC konnte innerhalb weniger Jahre einen solchen Druck auf das größte Tierversuchslabor Europas, Huntingdon Life Sciences (HLS), aufbauen, dass diverse Unternehmen ihre Geschäftsbeziehungen mit HLS abbrachen. Nachdem keine Bank und keine Versicherungsgesellschaft mehr mit dem Labor arbeiten wollte, sprang die britische Regierung ein, um seither effektiv das Überleben des Unternehmens zu sichern. Kampagnen gegen sekundäre und tertiäre Ziele, also GeschäftspartnerInnen, AktionärInnen oder KundInnen des Labors führten überdies zu einer sukzessiven Isolierung und zu einer sich intensivierenden, klandestinen Organisationsstruktur des Unternehmens.

Kampagnen nach “englischem Vorbild” in Deutschland, Österreich und der Schweiz

SHAC hatte einen starken Einfluss auf die weltweite Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung, sodass nach dem Organisationsvorbild viele andere Kampagnen ins Leben gerufen wurden. Die erste vergleichbare Kampagne in Deutschland fand von 1999 bis Ende 2001 gegen die Nerzfarm von Manfred Rossberger in Willich-Schiefbahn (NRW) statt. Beflügelt von den erfolgreichen Protesten gegen Rossberger gründete sich die Offensive gegen die Pelzindustrie (OGPI), die seit 2001 Kampagnen gegen pelzverkaufende Mode- und Kaufhausketten durchführt und etliche Unternehmen zum Ausstieg aus dem Pelzhandel bewegen konnte. In Deutschland entstand ferner neben einem deutschen Arm der SHAC-Kampagne eine Kampagne gegen das Münsteraner Tierversuchslabor des internationalen Tierversuchskonzerns Covance sowie eine Kampagne gegen das ‘Versuchstierzucht’-Unternehmen Harlan-Winkelmann (Teil des internationalen Harlan-Konzerns). Die deutschen Beispiele verdeutlichen gleichzeitig die Möglichkeiten und Grenzen des Campainingprinzips: Während die OGPI-Kampagnen allesamt erfolgreich beendet werden konnten, waren die Tierversuchskampagnen nur bedingt erfolgreich. Harlan-Winkelmann in Paderborn und Alfen musste schließen, aber Covance in Münster existiert noch immer und wurde zwischenzeitlich sogar erweitert, trotz eines enormen öffentlichen Drucks in den Jahren 2003-2005. Nicht jede Kampagne kann folglich bis zum bitteren (erfolgreichen) Ende durchgeführt werden. Dennoch hat die Bündelung von Protestaktionen über lange Zeit dazu geführt, dass das Thema Tierversuche in die Medien kam und vor allem, dass die Verantwortlichen für den Mord im Versuchslabor zu spüren bekamen, dass ihnen ein harter Wind entgegen weht.

Ziele der Kampagnenarbeit

Kampagnen der Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung stellen stets abolitionistische Forderungen, etwa die Schließung einer Pelzfarm oder eines Versuchslabors, den vollumfänglichen und unbefristeten Ausstieg aus dem Pelzhandel oder die Beendigung von Tiertransporten. Dies unterscheidet Kampagnen der Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung von Tierschutzkampagnen. Dennoch kommt es vor, dass beispielsweise Kampagnen gegen den Pelzverkauf durchgeführt werden, die Unternehmen nach einer erfolgreichen Kampagne jedoch weiterhin Leder, Daunen oder Seide verkaufen. Der entscheidende Unterschied liegt hier jedoch bei der politischen Begründung der Kampagnenstrategie sowie beim konkreten Umgang mit diesem Problem. Beispielhaft sei hier auf das Selbstverständnis der OGPI hingewiesen, in der der Pelzhandel nicht als „besonders grausam“ oder qualitativ von anderen Formen der Tierausbeutung zu unterscheiden definiert wird. Stattdessen wird darauf hingewiesen, dass die Konzentration auf die Pelzindustrie eine rein strategische ist, da diese Industrie als schwach und leicht überwindbar analysiert wird. Eine nicht-abolitionistische Forderung in diesem Zusammenhang wäre etwa, dass nur der Verkaufsstop bestimmter Pelzprodukte (etwa bestimmte Tierarten oder Pelze aus bestimmten Ländern) gefordert werden würde. Um jeden Zweifel auszuräumen und deutlich zu machen, mit welcher politischen Perspektive die OGPI auf die Pelzindustrie schaut, schreibt sie: „Die Offensive gegen die Pelzindustrie – und mit ihr ihre einzelnen Kampagnen gegen den Pelzhandel – versteht sich ausdrücklich als Teil der Tierrechtsbewegung und Tierbefreiungsbewegung. Sie kämpft für die Rechte und die Befreiung der Tiere und stellt sich damit grundsätzlich gegen die systematische und institutionalisierte Gewalt gegen Tiere in all ihren Formen, auch wenn sie sich aus strategischen Gründen hier auf die Pelzindustrie konzentriert. Sie fordert keine Reform der Tierausbeutung und somit zum Beispiel keine Reform der Pelztierhaltung, sondern ihre Abschaffung.“ (Weiterlesen: Selbstverständnis der OGPI)
Eine zentrale Botschaft von Kampagnen ist, dass die Proteste nicht als Medienstunts einmalig durchgeführt werden, sondern dass es den AktivistInnen ernst um ihre Sache steht, und sie gewillt sind, so lange die Proteste aufrecht zu erhalten, bis sie ihr Ziel erreicht haben. Eine erfolgreich beendete Kampagne gegen pelzverkaufende Unternehmen konnte in der Vergangenheit oftmals ’Dominoeffekte’ auslösen, d.h. dass mehrere Unternehmen hintereinander ‘plötzlich’ oder nach Anfrage der OGPI ihre Pelzfreiheit ankündigten – wohl aus Sorge, das nächste Kampagnenziel zu werden (Artikel “P&C und die Konsequenzen” online lesen). Hieran wird deutlich, welchen Stellenwert das Durchhalten während einer Kampagne haben kann.

Aktuelle Kampagnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Offensive gegen die Pelzindustrie: Zusammenschluss von Tierrrechts- und Tierbefreiungsgruppen mit dem Ziel die Pelzindustrie abzuschaffen. Die OGPI organisiert Kampagnen gegen Unternehmen der Bekleidungsindustrie in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie Proteste gegen die letzten verbliebenen Pelzfarmen in Deutschland. Homepage

Gateway to Hell: Internationales Kampagnennetzwerk gegen die Tierversuchsindustrie. Ziel ist es den Transport sog. Versuchstiere über Proteste zu unterbinden und Tierversuche zu verhindern. Fokus des Netzwerks sind Kampagnen gegen Fluglinien wie AirFrance, die auch Affen für Versuchszwecke transportieren. Homepage | deutschsprachige Homepage zur AirFrance-Kampagne

Kampagnen gegen Mastanlagen und Schlachtfabriken: Gegen den Neubau Hunderter Mastanlagen in Deutschland richten sich eine Vielzahl von Bürgerinitiativen, Tierschutz- und Tierbefreiungsgruppen. Kampagnen der Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung versuchen in Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren Druck auf die Betreiber aufzubauen. Kampagne gegen den Schlachthof Wietze (Norddeutschland) | Aktionsbündnis gegen Wiesenhof (Süddeutschland) | Tierfabriken Widerstand (Ostdeutschland)

Kampagne “Sag Nein Zu Milch”: Initiative von Tierrechtssgruppen, die gemeinsam für die Abschaffung der tierlichen Milch als Nahrungsmittel für Menschen kämpfen. Die Kampagne informiert über die vielen Aspekte rund um die Milch, organisiert Proteste und Öffentlichkeits und fordert die Abschaffung von Tiermilchproduktion und -konsum. Homepage

Aktionsbündnis gegen Tierausbeutung: Die Antispeziesistische Aktion Tübingen, Tübingen für Tiere e.V. und Tierrechtsinitiative Region Stuttgart setzt sich in Kooperation mit Ärzte gegen Tierversuche e. V. gegen Versuche an Rhesusaffen an den drei Tübinger Instituten und für eine tierversuchsfreie Wissenschaft ein. Homepage

Kampagne LPT-Schließen: Die Kampagne setzt sich aktiv gegen die Tierversuche und die Tierhaltung des Unternehmens LPT – Laboratory of Pharmacology and Toxicology mit Sitz in Hamburg ein. Sie fordert die Abschaffung jeglicher Tierversuche und wendet sich gegen die systematische Gewalt an Tieren durch LPT. Homepage

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