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Anti-Milch-Kampagne: Ein Aktivist im Interview

Vor einigen Monaten startete eine neue Anti-Milch-Kampagne, die gemeinsam von die tierbefreier e.V., ARIWA und Nandu organisiert wird. Gerade gab es einen Relaunch der Webseite und im September steht die nächste Aktionswoche bevor.  Dies haben wir zum Anlass genommen, um mit einem Mitglied des Kampagnenteams ein Interview  über den politischen Anspruch und bisherigen Verlauf der Kampagne, gesundheitliche Argumente gegen Milchkonsum u.ä. zu führen. Andre war so nett, uns unsere Fragen zu beantworten.

1. Wieso habt ihr euch gerade für eine Kampagne gegen Milchproduktion/-konsum (und nicht z.B. gegen Eier oder Fleisch) entschieden?

Das hat weniger mit Themenabwägungen und mehr mit dem Entstehungskontext der Kampagne zu tun. Letzten September wurde beim Aktiventreffen von die tierbefreier e.V. überlegt, zu welchen Anlässen die Ortsgruppen gemeinsam aktiv werden und dabei durch Flyer und Pressearbeit unterstützt werden können. Einer der vorgeschlagenen Tage war der Tag der Milch. Ein Aktivist von ARIWA schlug vor, auch diese Organisation einzubeziehen. Nach deren Zusage fragten wir auch Nandu. Bis dahin war noch ein Aktionstag in Planung, es stand aber schon fest, dass wir auch über die Dachverbände hinaus Tierrechtsgruppen zur Beteiligung aufrufen wollen. Bei der ersten Konferenz der initiierenden Gruppen wurde dieser Plan zu dem einer dauerhaften Kampagne. Aus dieser Sicht hätte es auch eine Eier-Kampagne werden können, wenn der Tag des Eies vor dem Tag der Milch gewesen wäre.

Sicherlich könnte das Thema Eier auch in ähnlicher Weise von einer Tierrechtskampagne aufgegriffen werden. Das Thema Fleisch hingegen ist durch Aktionen am Tag zur Abschaffung von Fleisch (Meat Abolition), durch MEAT IS MURDER Demos und den internationalen MEATOUT schon in der deutschsprachigen Tierrechts-/Tierbefreiungsbewegung vorhanden, wenn auch nicht in gebündelter Form. Hier müsste nicht zwangsläufig eine Kampagne gestartet werden, sondern es könnten auch bestehende Kampagnen ausgebaut und unterstützt werden oder vielleicht in ein gemeinsames Kampagnenteam „überführt“ werden. Obwohl eine starke Tierrechtskampagne zum Thema Fleisch wichtig ist, gehen wir mit Milch einen Schritt weiter. Vegetarismus und Fleischkonsum sind inzwischen öffentliche Themen. Die Themen Veganismus und Konsum von Eiern und Milchprodukten werden zwar auch langsam gesellschaftlich sichtbar, aber sind dennoch vergleichsweise marginal geblieben.

2. Könnt ihr ein Resümée der ersten Aktionswoche geben? Wie beurteilt ihr das Ausmaß der Beteiligung von Tierrechts-/Tierbefreiungsgruppen und den Erfolg der einzelnen Aktionen?

Vor der ersten Aktionswoche zum Tag der Milch vom 1. bis 8. Juni 2013 haben sich über 40 Gruppen bei uns gemeldet und ihre Unterstützung zugesagt. Die Gruppen sollen selber ihre Termine und Berichte auf der Aktiven-Webseite posten. Es wurden zwischen 15 und 20 Termine vor der Aktionswoche und 12 Berichte nach der Aktionswoche gepostet. Teilweise wird die Differenz daraus resultieren, dass einige Gruppen bei der Kampagne mitmachen wollen, aber sich nicht in der Aktionswoche einbringen konnten. Teilweise mag der Unterschied auch dadurch bedingt sein, dass nicht alle Gruppen ihre Aktionen kommuniziert haben. Wir sind mit der Beteiligung an der Kampagne und den schnellen Rückmeldungen so vieler Gruppen sehr zufrieden. Schade ist, dass wir der Presse so wenig lokale Aktionen mitteilen konnten.

Leider waren wir mit unserer Pressearbeit nicht erfolgreich. Uns sind nur drei Berichte bekannt, die auf die Kampagne aufmerksam machen.

Vor dem Hintergrund, dass wir mit unserer Arbeit und unserem Material nicht wirklich zufrieden waren, freuen wir uns, dass so viele Gruppen ihre Beteiligung angekündigt haben.

3. Heute wurde die Kampagne in überarbeiteter Form präsentiert: neue Webseite, neue Medien, überarbeiteter Flyertext etc. Wie kam es dazu, dass die Kampagne bereits nach der ersten Aktionswoche überarbeitet wurde?

 Vor der ersten Aktionswoche war die Kampagne noch nicht so ausgereift, wie wir es wollten. Nachdem sich der harte Kern des Kampagnenteams herauskristallisiert hatte, waren weniger Kapazitäten als angenommen vorhanden. Während der Aktionswoche wurde klar, dass wir nacharbeiten müssen. Zeitgleich hat uns  Vego Design  mit Verbesserungsvorschlägen versorgt. Während er sich an die Arbeit für ein Corporate Design und Vorlagen für Logo, Flyer, Plakate, Aufkleber, Transparente, Banner, Webseite und Auftritte bei Facebook und Twitter machte, überarbeiteten wir den Flyertext und beschlossen Facebook und Twitter zu nutzen. Vorher gab es nur eine Aktivenseite bei Facebook, jetzt gibt es auch eine Infoseite für die Leute, die wir erreichen wollen. Das neue Corporate Design entspricht dem Niveau von NGO Kampagnen. Der überarbeitete Flyer beinhaltet drei neue Absätze zu Bio-Milch, Alternativen zu Kuhmilch und Tierrechte, dafür wurde der Gesundheitsaspekt reduziert. Die Webseite ist einladender.  Sie verlinkt direkt auf Rezepte und Kochbücher, auf Facebook und Twitter und wird auch über die Aktionswochen berichten. Bisher wurden die Aktivitäten nur auf der Aktivenseite kommuniziert. Neben den Flyern bieten wir über den tierbefreier-shop jetzt auch ein DIN A1 Wendeplakat, zwei Aufkleber und ein Transparent an. Im Material-Bereich der Aktivenseite gibt es darüber hinaus einige neue Vorlagen für Transparente, Aufkleber und Plakate sowie eine neue Guerillamarketing-Version der „Vermisst-Zettel”. Während vorher ersichtlich war, dass ein Kalb vermisst wurde, wird das Anliegen des Zettels jetzt erst durch den Besuch der Webseite klar. Wir hoffen durch den Relaunch die Attraktivität der Kampagne für Aktive, vor allem aber auch für die Öffentlichkeit, zu steigern.

4. Auf eurer Webseite schreibt ihr, dass ihr euch primär als politische Tierrechtskampagne versteht. Gesundheitliche Argumente gegen Milchkonsum sollen beispielsweise nicht im Vordergrund stehen. Warum ist euch das wichtig und was würdet ihr VeganerInnen entgegnen, die die Auffassung vertreten, dass z.B. gesundheitliche Argumente eher bei den KonsumentInnen “ankommen” und damit letztendlich auch den Tieren helfen?

Ich spreche für mich, aber vermute, dass die anderen Aktiven des Kampagnenteams das ähnlich sehen. Ich denke auch, dass das Thema Gesundheit überzeugender ist als das Thema Tierausbeutung. Korrekt ist auch, dass mehr Veganer_innen auch weniger Tierausbeutung bedeuten. Wir wollen aber die gesellschaftliche Tierbefreiung, die mit solchen Argumentationsstrategien allein nicht erreichbar ist. Ich kenne Veganer_innen, die in Zoos gehen. Fast alle kennen einen bekannten Veganer-Star, der kein Problem mit Fleischkonsum hat, weil er kein Tierrechtler ist. Wenn alle aus gesundheitlichen Gründen vegan leben, gibt es immer noch Tierausbeutung und herrschaftsförmige Verhältnisse zwischen Menschen und anderen Tieren. Wir wollen, dass Tiere als Individuen anerkannt und nicht ausgebeutet und getötet werden. Wenn Menschen keine Tiere für Nahrung töten, weil es ungesund ist, hat das nur wenig mit unserem Anliegen zu tun, dass Tiere respektiert werden sollen.

Es gibt viele große Organisationen, die Veganismus mit allen denkbaren Argumenten propagieren und bei denen das Thema Tierleid entweder unter der Fülle der Gründe untergeht oder sogar hinten an steht. Die Tierrechts-/Tierbefreiungsbewegung ist hingegen sehr klein und kann sich bisher wenig Gehör verschaffen. Gerade durch die medial gut repräsentierte Vegan-Bewegung, die eben primär Veganismus und nur marginal Tierrechte propagiert, ist es wichtig, dass Tierrechts-/Tierbefreiungsgruppen an ihrem Kurs festhalten und zum Ausdruck bringen, worum es ihnen geht: Tierausbeutung und Speziesismus überwinden. Eben aus diesen unterschiedlichen Strategien resultiert ja, dass es einerseits eine Vegan- und andererseits eine Tierrechts-/Tierbefreiungsbewegung gibt.

5. Ein erklärtes Ziel der Kampagne scheint auch zu sein, bisher nicht in der Tierrechtsbewegung aktive VeganerInnen zu politisieren. Wie erklärt ihr euch die Problematik, dass zwar die Vegan-Szene ständig wächst, die Tierrechtsbewegung aber nicht unbedingt? Und: Ist nach so kurzer Zeit schon absehbar, ob die Idee der Einbindung bisher nicht aktiver Personen realisiert werden kann?

Die Vegan-Bewegung ist eine sehr heterogene Bewegung, die nur teilweise politisch ist. Zudem kann intern auch zwischen vielen politischen Aspekten wie Umweltzerstörung, Welternährung, Ressourcenverschwendung und Tierausbeutung unterschieden werden. Sie bietet daher für weitaus mehr Menschen, ob politisch oder nicht, potentielle Anknüpfungspunkte. Die Tierrechts-/Tierbefreiungsbewegung ist hingegen eine politische Bewegung, die sich zudem nur auf ein Problem konzentriert (auch wenn Tierausbeutung in Verbindungen mit anderen gesellschaftlichen Problemen gesehen wird). Beide Aspekte machen sie homogener und damit für weniger Menschen anschlussfähig als die Vegan-Bewegung. Damit zusammen hängt auch ein weiterer Punkt: die einfachere Konsumierbarkeit. Veganismus ist in weiten Teilen Lifestyle. Zwar hat Veganismus bei vielen Menschen etwas mit gesellschaftlichen Überlegungen zu tun, trotzdem zieht er auch Menschen an, weil es gerade angesagt ist oder weil es inzwischen eine akzeptierte Möglichkeit darstellt, besondere Akzente in der individuellen Identifikation zu setzen. In diesem Fall muss nichts politisch bewegt, sondern kann einfach konsumiert werden.

Auch wenn sich Vegan- und Tierrechtsbewegungen unterscheiden, können wir trotzdem darauf hoffen, dass Veganismus für viele davon überzeugte Menschen ein Türöffner für die Themen Tierrechte und gesellschaftliche Tierbefreiung sein kann. Das geht aber nicht, indem wir in unserer Bewegung bleiben und Lifestyle-Veganer_innen mit Vorbehalten und Kritik begegnen. Vielmehr müssen wir Veganer_innen von unserer Idee und Bewegung überzeugen, indem wir auf sie zugehen und unsere Anliegen auf offene und einladende Art vermitteln. Dies geschieht unter anderem im Rahmen der Milch-Kampagne. Ob diese Bemühungen erfolgreich sind, ist in Bezug auf die Kampagne noch nicht absehbar. Dafür hatten wir zu wenig Feedback nach der Aktionswoche und dafür läuft die Kampagne noch nicht lange genug. Erfreulich ist, dass auch ein paar Vegan-Gruppen mitmachen und dies mit Fokus auf Tierausbeutung/Tierrechte und nicht auf Veganismus. Beim Infostand in Leipzig, zwischen Bahnhof und Fußgängerzone, kamen sehr viele Passant_innen vorbei, die scheinbar schon Interesse am Thema Veganismus hatten und auch offen bis positiv auf die Anliegen der Kampagne reagierten. Zumindest für die tierbefreier e.V. kann ich aber sagen, dass unsere anderen, bereits messbaren Bemühungen, unsere Anliegen an Veganer_innen zu kommunizieren, erfolgreich verlaufen. Daher scheint dieser generelle Kurs, bei dem wir unsere Positionen nicht verwässern, sondern nur effektiver bewerben, jedenfalls kein Fehler zu sein.

6. Uns scheint es, als seien die AdressatInnen der Kampagne in der Regel KonsumentInnen, die davon überzeugt werden sollen, auf Kuhmlich zu verzichten. Das unterscheidet eure Kampagne z.B. von Anti-Pelzkampagnen, die primär an der Produktions- bzw. Distributionsseite ansetzen. Soll es im Rahmen der Kampagne auch Aktionen gegen die Tierausbeutungsindustrie direkt geben?

Das ist korrekt. Bisher handelt es sich um eine reine Aufklärungskampagne und nicht um eine konfrontative Kampagne gegen bestimmte Organisationen oder eine Kampagne zur Herbeiführung von Gesetzesänderungen. Sie ist auch nicht gesellschaftstheoretisch eingebettet und kann daher im jetzigen Zustand keine direkte Änderung der Strukturen herbeiführen. Bisher kann sie nur einzelne Menschen sensibilisieren. Wir haben gehofft, dass im Rahmen der Kampagne auch lokale Unternehmen als Aufhänger oder sogar Gründe für Proteste genutzt werden. Auch ziviler Ungehorsam auf Pro-Milch-Events oder vor den großen Unternehmen der Branche kann im Rahmen der Kampagne laufen, muss aber bisher von den beteiligten Gruppen vor Ort organisiert werden. Wir könnten das momentan nur unterstützen, aber nicht selbst in die Hand nehmen. Die Zukunft ist offen. Alternativ wäre möglich, dass wir Vorarbeit für Proteste leisten, indem wir entsprechende Events recherchieren und nahegelegene Gruppen informieren und unterstützen. Anti-Pelz-Kampagnen sind deshalb erfolgreich, weil sie nicht Pelzläden, sondern Geschäfte mit einem kleinen Anteil an Pelzprodukten ins Visier nehmen. Würden wir eine Kampagne gegen einen Riesen der Milchindustrie starten, hätte diese nicht zur Folge, dass Tierrechtsziele in diesem Unternehmen erreicht werden könnten. Was wären denn sinnvolle industrielle Adressat_innen? Wir werden uns damit befassen und sind immer für Feedback offen. Die Frage ist ein guter Punkt um für die Unterstützung des Kampagnenteams zu werben. Der harte Kern des Kampagnenteams ist klein. Neue Leute bringen nicht nur mehr Arbeitskraft, sondern auch mehr Ideen – z.B. Aktionsideen gegen die Tierausbeutungsindustrie. Das Team ist nicht auf ARIWA, die tierbefreier und Nandu beschränkt. Wir sind für neue Teammitglieder, aber auch für die Übermittlung von Ideen, Vorschlägen und Kritik dankbar.

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